China CCC-Zertifizierung: UL darf keine Werksaudits mehr an US-Produktionsstandorten durchführen
17. August 2026Hersteller in den Vereinigten Staaten mit CCC-Zertifizierungen (China Compulsory Certification) stehen vor erheblichen Änderungen bei den Verfahren für ihre Werksaudits. Seit dem 5. August 2026 dürfen in den USA ansässige Zertifizierungsstellen keine Überwachungsaudits nach der Zertifizierung mehr im Auftrag chinesischer CCC-Zertifizierungsstellen durchführen. Dies betrifft insbesondere Hersteller, deren Audits bislang von UL Solutions durchgeführt wurden.
Am 5. August 2026 gaben die chinesische State Administration for Market Regulation (SAMR) und die Certification and Accreditation Administration of China (CNCA) bekannt, dass die benannten chinesischen CCC-Zertifizierungsstellen die Beauftragung US-amerikanischer Zertifizierungsorganisationen mit der Durchführung von Überwachungsaudits nach der Zertifizierung in den Vereinigten Staaten mit sofortiger Wirkung aussetzen müssen.
Die Entscheidung trat unmittelbar in Kraft.

UL-Werksaudits für CQC-Zertifizierungen in den USA ausgesetzt
Die Änderung hat besonders erhebliche Auswirkungen auf Hersteller, die mit dem China Quality Certification Centre (CQC) zusammenarbeiten.
UL Solutions gehört seit vielen Jahren zu den zentralen Organisationen, die im Auftrag des CQC Werksinspektionen in den Vereinigten Staaten durchführen. Zahlreiche US-amerikanische Produktionsstätten mit CCC-Zertifizierung waren daher daran gewöhnt, ihre regelmäßigen Überwachungsaudits vor Ort durch UL-Auditoren durchführen zu lassen.
Infolge der neuen regulatorischen Entscheidung wurde UL vom CQC angewiesen, laufende und bereits geplante CCC- und CQC-Inspektionen in den Vereinigten Staaten bis auf Weiteres auszusetzen.
Die offizielle chinesische Bekanntmachung bezieht sich ausdrücklich auf nachgelagerte Werksinspektionen im Rahmen des verpflichtenden China-Compulsory-Certification-(CCC)-Systems. In der aktuellen Zertifizierungspraxis können jedoch auch Hersteller mit entsprechenden freiwilligen CQC-Zertifizierungen von den geänderten Auditregelungen betroffen sein.
CCIC ist derzeit keine Alternative für US-Werke
Die Einschränkung betrifft nicht nur UL.
Andere Organisationen, die CQC-Werksinspektionen außerhalb Chinas durchführen, können Audits an US-amerikanischen Produktionsstandorten nicht ohne Weiteres übernehmen. Dies betrifft auch CCIC, das CQC-Audits in verschiedenen Regionen, darunter Europa, durchführt und auch in den Vereinigten Staaten tätig ist.
Für US-amerikanische Werke müssen Audits daher derzeit direkt mit dem CQC in China koordiniert werden, anstatt sie auf eine andere in den USA ansässige Inspektionsorganisation zu übertragen.
Unternehmen mit anstehenden CCC-Audits sollten schnell handeln
Die Änderung ist insbesondere für Hersteller kritisch, deren jährliche Überwachungsinspektion für die kommenden Wochen oder Monate geplant war.
Regelmäßige Werksüberwachungen sind eine wichtige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Zertifizierung. Die Zertifizierungsregeln des CQC verlangen grundsätzlich, dass zertifizierte Hersteller die vorgeschriebenen Überwachungsmaßnahmen innerhalb der jeweils geltenden Fristen durchführen lassen. Werden erforderliche Werksinspektionen nicht abgeschlossen, kann dies letztlich Auswirkungen auf den Status der jeweiligen Zertifikate haben.
Hersteller sollten daher nicht einfach darauf warten, dass bereits geplante UL-Audits neu terminiert werden. Stattdessen sollten sie das weitere Vorgehen so schnell wie möglich mit dem CQC klären.
Abhängig von der jeweiligen Zertifizierung kann dies Folgendes umfassen:
- direkte Abstimmung einer neuen Auditregelung mit dem CQC,
- Klärung bestehender Auditfristen,
- Neuplanung bereits mit UL vereinbarter Inspektionen,
- Koordination von Auditoren und Reiseplanungen,
- sowie Klärung möglicher Auswirkungen auf bestehende CCC- oder CQC-Zertifikate.
MPR unterstützt Hersteller bei der Koordination von Audits mit dem CQC
Die kurzfristige Aussetzung führt zu erheblichen organisatorischen Herausforderungen, insbesondere für Unternehmen mit mehreren zertifizierten Produktionsstandorten oder bereits für die nahe Zukunft geplanten Audits.
Die MPR China Certification GmbH unterstützt Hersteller dabei, eine geeignete Lösung zu finden und die nächsten Schritte direkt mit dem CQC abzustimmen.
Dies umfasst die Kommunikation mit den zuständigen CQC-Abteilungen, die Klärung von Zertifizierungs- und Auditfristen, die Organisation alternativer Werksinspektionen sowie, falls erforderlich, die Vorbereitung und Begleitung des Audits selbst.
Hersteller mit CCC-Zertifizierungen, freiwilligen CQC-Zertifizierungen oder anstehenden UL-Werksaudits in den Vereinigten Staaten sollten ihre aktuellen Auditplanungen zeitnah überprüfen.
MPR kann betroffene Unternehmen bei der Kommunikation mit dem CQC und bei der Organisation der erforderlichen Werksinspektionen unterstützen, um Verzögerungen und Risiken für bestehende Zertifizierungen möglichst gering zu halten.
Weitere Informationen darüber, wie sich die CCC-Zertifizierung, Registrierung von Batterien für China, die CCC-Self-Declaration oder die freiwillige CQC und CCAP Zertifizierung auf Ihr Unternehmen auswirken könnte, oder Informationen über die CCC-Zertifizierung im Allgemeinen, befinden sich in unserem Newsbereich. Dort finden Sie zweimal pro Woche aktuelle Informationen.
Bitte zögern Sie nicht, uns für weitere Details und Beratung zu kontaktieren. Sie können uns per E-Mail oder Chat anschreiben, oder anrufen unter +49692713769150.
Sie können sich auch unsere kostenlose CCC-Broschüre ansehen, die Sie als PDF-Datei herunterladen können. (Die Broschüre enthält auch Informationen zur CCC Self-Declaration und der freiwilligen CQC- und CCAP-Zertifizierung.)
